Archiv

Einen Blick in die Zukunft des Lernens konnten die Schulen des i.s.i.-Netzwerks auf dem Fachtag 2018 in Nürnberg werfen. Dr. Ulrich Eberl (freier Autor) und Prof. Dr. Albrecht Schmidt (LMU München) beleuchteten in zwei interessanten Vorträgen, wie die Entwicklungen im Bereich Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz unseren Alltag und damit auch die Schule weiter verändern werden.

Eröffnet wurde die Tagung – passend zur Thematik – vom Roboter „Nao“, der im Zusammenspiel mit dem Referenten Dr. Eberl einige Kunststücke vorführte und sogar Hamlet zitierte. Dies vermittelte den Tagungsteilnehmern bereits einen ersten, konkreten Eindruck von künstlicher Intelligenz. Dr. Eberl, der sich in zahlreichen Veröffentlichungen mit den Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz beschäftigt hat, stellte anschaulich dar, wie Maschinen in der Zukunft alltäglicher Bestandteil unseres Lebens sein werden. Er betonte, dass zwar routinemäßige Tätigkeiten noch stärker automatisiert und damit von Maschinen übernommen werden könnten, der Mensch als Arbeitskraft aber gerade durch seine Kreativität und seine emotionale Intelligenz in gewissen Bereichen nicht ersetzbar sei. Dementsprechend seien die Auswirkungen auf die einzelnen Berufsbilder ganz unterschiedlich.

Bereits zu Beginn seiner Ausführungen machte Prof. Albrecht Schmidt klar, dass es sich bei der Digitalisierung um eine unumkehrbare Entwicklung handelt. Es sei allerdings jedem selbst überlassen, ob er sich der neuen Technologien bedient oder nicht. Wer sich aber Innovationen verschließt, der kann auch nicht von den daraus resultierenden Vorteilen profitieren. Zudem würden neue Technologien stets additiv zu bereits bestehenden hinzugefügt, d. h. neu entwickelte Systeme dienen in erster Linie einer Erweiterung der Möglichkeiten des Menschen. Im Bereich des Lernens plädierte Prof. Schmidt für fordernde und komplexe Aufgabenstellungen, die Neugier und Motivation bei den Schülern wecken. Die digitalen Medien seien dabei stets als Mittel anzusehen, um ein konkret definiertes Ziel zu erreichen. Insgesamt könne die Institution Schule nicht – wie vielfach kolportiert – als Auslaufmodell betrachtet werden; vielmehr werde sie als Ort der komprimierten Wissensvermittlung auch zukünftig eine zentrale Rolle spielen.

Im Anschluss an die beiden Vorträge entspann sich ein reges Podiumsgespräch unter der Leitung von Eva Stolpmann (Stiftung Bildungspakt Bayern), an dem, neben den beiden Referenten, mit Rüdiger Modell (Gymnasium Vaterstetten) auch ein Vertreter der Schulen teilnahm. Die kontrovers geführte Diskussion streifte dabei verschiedene Themenfelder, u. a. die digitale Infrastruktur an den Schulen und die konzeptionelle Ausgestaltung der Digitalisierung für den Unterricht.

Der Nachmittag des Fachtages stand dann ganz im Zeichen des Erfahrungsaustausches zwischen den Schulen. Hier lag das Augenmerk besonders auf der Fragestellung, welche Kompetenzen den Schülern für die Welt von morgen vermittelt werden müssen. Dabei wurde auch thematisiert, inwieweit diese neuen Kompetenzanforderungen an die Schüler auch Auswirkungen auf Schule und Unterricht haben.

Ansprechpartner

Stefan Rieder
Tel.: 089/2186-2094
E-Mail: stefan.rieder@stmuk.bayern.de

© 2018 Stiftung Bildungspakt Bayern