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Begabtenförderung, bilinguale Grundschule und neue Medien: Im Jahr 2015 erprobt die Stiftung Bildungspakt Bayern zahlreiche Innovationen. Eine Pressekonferenz stellte die neuen Projekte vor.

Die Stiftung Bildungspakt Bayern hat neue Schwerpunkte ihrer Arbeit gesetzt. Dazu gehören die Förderung besonders begabter Mittelschüler, Chancen des Einsatzes digitaler Medien in den Schulen und die bilinguale Förderung von Kindern an Grundschulen. Nach Aussagen von Staatssekretär Georg Eisenreich, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Bildungspakt Bayern, und Alfred Gaffal, Vorsitzender des Rats der Stiftung Bildungspakt Bayern und Präsident der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., will die Stiftung Bildungspakt Bayern mit dem Bayerischen Bildungs- und Wissenschaftsministerium dazu gemeinsam zukunftsweisende Modellprojekte initiieren.

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Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich, Ratsvorsitzender Alfred Gaffal, MR Ralf Kaulfuß, Geschäftsführer der Stiftung Bildungspakt Bayern (v.r.) stellen die Projekte der Stiftung für das Jahr 2015 vor

Staatssekretär Eisenreich betonte die gute Zusammenarbeit zwischen der bayerischen Wirtschaft und dem Staatsministerium: „Die Stiftung Bildungspakt Bayern unterstützt mit ihren kreativen und innovativen Modellversuchen die stetige Qualitätsverbesserung an unseren bayerischen Schulen. Die Stiftung erweist sich als sehr engagierter Impulsgeber für die Weiterentwicklung des durchlässigen und differenzierten Bildungswesens. Ich freue mich sehr über diese bundesweit einzigartige Kooperation.“

Ratsvorsitzender Alfred Gaffal sagte: „Wir brauchen ein leistungsstarkes Bildungssystem, um den Wirtschaftsstandort Bayern dauerhaft wettbewerbsfähig zu halten. Auch wenn wir im Bildungsland Bayern auf ein exzellentes Schulsystem blicken, gilt: Solange noch immer 4,4 Prozent der Schüler die Schule ohne Abschluss verlassen und 15 bis 20 Prozent der Schulabgänger nur bedingt berufsbildungsfähig sind, bleibt genug zu tun. Daher engagieren wir uns gern in der Stiftung Bildungspakt. Die neuen Projekte sind eine Investition in wichtige Zukunftsfelder des bayerischen Schulsystems, wie beispielsweise die Begabtenförderung und die Chancen der Digitalisierung. Davon versprechen wir uns nachhaltige Effekte für die schulische Bildung.“

Folgende neue Stiftungsprojekte werden ab dem Schuljahr 2015/16 an bayerischen Modellschulen durchgeführt:

Lernen in zwei Sprachen – Bilinguale Grundschule Englisch

Bis zu 20 Modellschulen sollen ein Schulprofil „Bilinguale Grundschule Englisch“ entwickeln. Der Unterricht findet in den Fächern Kunst, Musik und Sport sowie an geeigneter Stelle auch im Grundlegenden Unterricht in englischer Sprache statt. Dadurch sollen insbesondere sprachlich begabte oder mehrsprachig aufwachsende Kinder gefördert werden. Die Erfahrungen aus dem Modellversuch sollen nach dem Abschluss des Schulversuchs auch dem weiteren Ausbau bilingualer Angebote an bayerischen Schulen dienen.

TAFF – Talente finden und fördern: Begabungsförderung an der Mittelschule

In dem Modellversuch entwickeln und erproben Mittelschulen differenzierte Angebote zur Förderung besonderer Begabungen und Talente ihrer Schülerinnen und Schüler, insbesondere auch im Hinblick auf die spätere Berufswahl. Dadurch soll auch das Profil der Schulart Mittelschule weiter geschärft werden, gemäß dem Motto „Stark für den Beruf, stark im Wissen, stark als Person“.

REGIUS – Regionale Unterstützung für die eigenverantwortliche Schule

Die Schulen in Bayern erhielten in den jüngsten Jahren zunehmend mehr Eigenverantwortung. Um die Schulqualität zu sichern, unterstützt die Schulaufsicht die Schulen bei der Qualitätskontrolle, der Entwicklung des Schulprofils und der Umsetzung notwendiger Veränderungen, beispielsweise nach einer externen Evaluation. Bei dem Modellversuch werden Verfahren entwickelt, wie Schulen in einer Region bestmöglich unterstützt werden können.

„Unterricht digital“ – Lernen mit interaktiven Video-Tutorials

Dieser Modellversuch knüpft an den Schulversuch „lernreich 2.0 – üben und feedback digital“ an. Mit diesem werden seit eineinhalb Jahren interaktive Übungsangebote sowie Feedbackmöglichkeiten an 45 Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien erprobt. Schulartübergreifend sollen bei „Unterricht digital“ interaktive Video-Tutorials entwickelt, die das eigenständige Lernen fördern, beispielsweise beim häuslichen Wiederholen, bei der Vorbereitung auf Prüfungen, aber auch bei längerer Abwesenheit vom Unterricht, etwa bei Krankheit.

Die Stiftung Bildungspakt Bayern: Sie trägt Impulse in die Schulen

Die Stiftung Bildungspakt Bayern hat mit Modellprojekten zur Weiterentwicklung von Schule und Unterricht wie MODUS 21 oder der Flexiblen Grundschule wichtige Impulse für das Bayerische Schulwesen gegeben. Die Stiftung hat zahlreiche weitere Modellversuche angestoßen, darunter auch den Schulversuch „Inklusive Berufliche Bildung in Bayern“.

 


Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

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