ProfiLe

Projektlaufzeit

Schuljahr 2016/2017 – 2019/2020

Wichtiger als das, was wir machen, ist, wie und warum wir es machen.

Die Ergebnisse der Hattie-Studie (2013) lösten weltweit eine bildungspolitische Debatte über die Bedeutung der Lehrerpersönlichkeit für den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern aus. Ganz entscheidend für den Umgang mit aktuellen Herausforderungen und den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern ist die Haltung der jeweiligen Lehrkraft.

Kern des Projekts ProfiLe – Professionelle Lehrerrolle evidenzbasiert entwickeln ist die Weiterentwicklung des zweiten Abschnitts der Lehrerausbildung an Grund- und Mittelschulen. Die Grundlage hierfür bilden die neuesten Erkenntnisse der empirischen Bildungsforschung, insbesondere die von John Hattie. Im Mittelpunkt stehen die Professionalisierung der Lehrerrolle und der Aufbau pädagogischer Haltungen.

Hierzu werden bis zum Schuljahr 2019/2020 ein Basismodul und elf darauf aufbauende Module entwickelt, die verbindlich in die Lehrerausbildung implementiert werden sollen. Zudem wird eine Art „Kerncurriculum“ zur Vermittlung von Medien- und Digitalkompetenz entwickelt und erprobt. Die Konzepte sollen anschließend auch für die Fortbildung bereits ausgebildeter Lehrkräfte aufbereitet werden.

Einen Überblick über das Projekt gibt Ihnen unser Fact-Sheet.

 Projektpartner

Das Projekt wird von Prof. Dr. Klaus Zierer (Universität Augsburg), der Stiftung Bildungspakt Bayern und der Regierung von Niederbayern durchgeführt.

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus ist Kooperationspartner.

Im Zentrum des Projekts ProfiLe stehen ein Basismodul und elf darauf aufbauende Module. Sie richten sich an Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter in der zweiten Phase der Lehrerbildung und helfen ihnen dabei, professionelle Haltungen aufzubauen und sich zur erfolgreichen Lehrperson zu entwickeln. Die Lehramtsanwärterinnen und -anwärter durchlaufen folgende Module über die Gesamtdauer des Vorbereitungsdienstes:

Basismodul (Modul 0): Wichtiger als das, was wir machen, ist, wie und warum wir es machen.
Modul 1: Ich rede über Lernen, nicht über Lehren.
Modul 2: Ich setze die Herausforderungen.
Modul 3: Ich sehe Lernen als harte Arbeit.
Modul 4: Ich entwickle positive Beziehungen.
Modul 5: Ich verwende Dialog anstelle von Monolog.
Modul 6: Ich informiere alle über die Sprache der Bildung.
Modul 7: Ich bin ein Veränderungsagent.
Modul 8: Ich bin ein Evaluator.
Modul 9: Ich erachte Schülerleistung als eine Rückmeldung für mich über mich.
Modul 10: Ich kooperiere mit anderen Lehrpersonen.
Modul 11: Ich nutze Digitalisierung nicht als Selbstzweck, sondern zur Optimierung von Lernprozessen.

Die Seminarleiterinnen und Seminarleiter, die am Modellprojekt teilnehmen, bereiten jedes Modul nach folgendem Schema auf:

Jedes Modul ist in seiner Struktur gleich aufgebaut. Diese Struktur liefert einen Beitrag zur Qualitätssicherung in der praktischen Arbeit in der zweiten Phase der Lehrerbildung.

Mit sogenannten Profolio-Seiten legen die Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter ein Professionalisierungs-Portfolio an, in dem die Arbeit an den eigenen Haltungen sichtbar wird.

Es ist die Aufgabe der Seminarleitung, bereits bestehende Haltungen der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter sichtbar zu machen und an ihnen anzuknüpfen. So kann sie einen Entwicklungs- und Professionalisierungsprozess anstoßen.

Um das zu erreichen, bietet sich für einen Seminartag folgende Struktur in fünf Schritten an:

Struktur Seminartag

Lehrerrolle bewusst machen

Lehrerrolle sichtbar machen

Lehrerrolle professionalisieren

Lehrerrolle (weiter-)entwickeln

Lehrerrolle reflektieren

Ein Beispiel, wie ein Seminartag zum Thema „Digitale Bildung“ nach dieser Struktur gestaltet werden kann, finden Sie im Info-Sheet „Seminartage zur Entwicklung professioneller Haltungen“.

© 2018 Stiftung Bildungspakt Bayern