Grundlegende IT-Dienste für den Unterricht

Grundlegende Hardware für digitales Lernen und Lehren

Die grundlegenden IT-Diente sind bereits im Votum 2017 ausführlich beschrieben (siehe https://www.mebis.bayern.de/infoportal/empfehlung/votum/). Dieses Kapitel beschränkt sich daher auf einen kurzen Überblick.

Netzwerk und Internet

Jeder Unterrichtsraum bzw. Vorbereitungsraum muss mit LAN, WLAN und einem Internetzugang ausgestattet sein. Es empfiehlt sich für die Planung und Installation eines Netzwerkes ein professionelles IT-Unternehmen zu beauftragen, da diese über die für eine professionelle Planung notwendigen Geräte (z. B. Messgeräte) verfügen. Bevor Accesspoints angebracht werden, muss unbedingt vor Ort eine Messung durchgeführt werden, wo und wie viele Accesspoints zu installieren sind, um eine gute WLAN-Abdeckung zu erzielen. Dabei ist auch zu beachten, dass die Accesspoints ausreichend Verbindungen zu mobilen Endgeräten aufbauen können. Soll z. B. ein Accesspoint drei Klassenzimmer abdecken, muss dieser zu mindestens 100 Endgeräten eine Verbindung aufbauen können, da in jedem Klassenzimmer 32 Schüler mit einem mobilen Endgerät sitzen können.

Um eine effiziente Wartbarkeit der Accesspoint zu gewährleisten, ist eine WLAN-Controller-Software unerlässlich.

Wenn an einer Schule mit 50 oder mehr mobilen Endgeräte gleichzeitig gearbeitet wird, sollte der Internetanschluss der Schule über mindestens 100 Mbit im Download verfügen.

Abbildung 37: Übersichtskarte der Accesspoints an der Realschule Europakanal, Erlangen

Digitale Endgeräte

Zur Grundausstattung zählen in jedem Unterrichtsraum mindestens ein Projektor, ein PC und ein Lautsprecher. Auf weitere Geräte (Whiteboards, Notebooks usw.) wird im Kapitel „IT-Geräte für digital gestütztes Lernen“ sowie unter „IT-Geräte für digital gestütztes Lehren“ detailliert eingegangen.

Bei den Lautsprechern ist es wichtig, dass diese so angeschlossen sind, dass das Audiosignal auch an den Lautsprecher weitergeleitet wird, wenn ein Lehrer oder Schüler z. B. seine vertonte Präsentation kabellos auf den Projektor übertragen will (siehe Kapitel „IT-Infrastruktur für den Einsatz mobiler Endgeräte“).

Grundlegende Software für digitales Lernen und Lehren
  • Verwaltung der IT-Infrastruktur:
    • Verwaltungssoftware: Benötigt werden eine Benutzerverwaltung, z. B. zur Rechtesteuerung, und eine Verwaltungssoftware für PCs, z. B. um Software darauf zu installiere.
    • WLAN: Sehr hilfreich ist eine Software (Controller) zur Verwaltung der Accesspoints. Diese erlaubt es z. B. auf allen Accesspoints gleichzeitigt Updates durchzuführen oder neue Sicherheitsrichtlinien zu konfigurieren.
    • MDM (Mobile Device Management): Ähnlich verhält es sich mit schuleigenen mobilen Endgeräten. Hat eine Schule z. B. mehrere iPad-Koffer mit jeweils 10-20 iPads angeschafft, ist eine Mobile Device Management (MDM)-Lösung unerlässlich, damit die Administration der Geräte beherrschbar bleibt. Das MDM übernimmt dabei u. a. folgende Aufgaben:
      • Verwaltung des WLAN-Zuganges,
      • Verwaltung der Apps auf den Tablets, d. h. deren Installation und Updates,
      • Zurücksetzen des Passworts,
      • Einstellen von Restriktionen auf dem Tablet, z. B. das Sperren von Apps oder der Installation von Apps durch die Schüler.

Auch hier ist es wichtig, sich durch ein professionelles IT-Unternehmen beraten zu lassen.

  • Learning Management System (LMS): In Bayern und an den Modellschulen ist das Learning Management System mebis seit einigen Jahren im Einsatz. Die Lernplattform mebis ist auf folgender Webseite zu erreichen und dort beschrieben: mebis.bayern.de.

Für die erfolgreiche Einführung und langfristige Etablierung der IT-Architektur ist es zwingend erforderlich, dass die Fragen der Kollegen oder technische Probleme zeitnah gelöst werden. Zur Unterstützung des Systembetreuers eignet sich ein sogenanntes „Multimediateam“. Es setzt sich aus IT-affinen Kollegen verschiedener Fachschaften zusammen.

Bei der Zusammenarbeit mit externen Firmen für den Support der IT-Infrastruktur gibt es zwei Szenarien:

  • Einmalige Projekte: Bei einer Änderung der IT-Architektur, z. B. der Installation eines WLANs, ist es unerlässlich, gemeinsam mit dem Sachaufwandsträger externe IT-Partner mit der Planung und Durchführung zu beauftragen, um sicherzustellen, dass an der Schule eine reibungslose Nutzung möglich ist.
  • Laufender Support: Die Erfahrungen der Modellschulen zeigen, dass mit der zunehmenden Anzahl digitaler Endgeräte in der Schule der Support nicht alleine von einem Systembetreuer übernommen werden kann. Es müssen ausreichend Ressourcen für den laufenden Support der IT-Ausstattung an den Schulen eingeplant werden.
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