Erfahrungen der Modellschulen bei der Gestaltung einer lernförderlichen IT-Architektur

Informationsquellen der Darstellung

Grundlage dieser Darstellung sind die Erfahrungen der acht Modellschulen (jeweils zwei Grundschulen, Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien) des Schulversuches „Digitale Schule 2020“ der Stiftung Bildungspakt Bayern. Die Schulen sind im Schuljahr 2016/2017 besucht und ihre Infrastruktur sowie ihre Erfahrungen systematisch dokumentiert worden. Eine Zusammenfassung der Erfahrungen findet sich in der vorliegenden Darstellung.

Die in dieser Publikation getroffenen Aussagen gelten grundsätzlich für alle Schularten. Sollte dies in einzelnen Fällen nicht so sein, wird explizit darauf hingewiesen.

Ziel

Ziel dieser Publikation ist es, durch die Dokumentation der IT-Architektur der Modellschulen anderen Schulen Anregungen für ihre eigene IT-Architektur zu geben, um digitales Lernen und Lehren an der eigenen Schule anzustoßen oder weiter zu entwickeln

Begriffsklärung

IT-Architektur für den Unterricht
In der folgenden Dokumentation ist der Begriff IT-Architektur gleichzusetzen mit der Architektur der Hardware (z.B. WLAN-Accesspoints) und Software (z.B. Portal zur Administration mobiler Endgeräte) an einer Schule. Das Thema Raumarchitektur ist in der vorliegenden Version noch nicht enthalten. Informationen zu Themen wie z. B. Freiarbeitsräume mit WLAN und Ladestationen wurden somit ausgespart.

Abbildung 1: Definition des Begriffs IT-Architektur

Die IT-Architektur, die für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Unterrichts benötigt wird, wird in folgende Bereiche eingeteilt:

Abbildung 2: Einteilung der IT-Architektur des Unterrichts

  • Digital unterstütztes Lernen: In diesem Kapitel werden die Erfahrungen der Modellschulen zu Hardware, Software und Räumen dargestellt, die der Schüler benötigt, um seine Lernprozesse digital zu unterstützen.
  • Digital unterstütztes Lehren: Hier geht es darum, die Unterrichts- und Klassenorganisation digital zu unterstützen, z. B. um mit einem interaktiven Whiteboard einen Sachverhalt dynamisch zu veranschaulichen oder Schülern Arbeitsmaterial digital zur Verfügung zu stellen.
  • Digital unterstütztes Prüfen: In diesem Kapitel werden zu einem späteren Zeitpunkt im Lauf des Schulversuches „Digitale Schule 2020“ die Erfahrungen der Modellschulen zu digitalen Prüfungen dargestellt.
  • Grundlegende IT-Voraussetzungen: Für die oben genannten Bereiche der IT-Architektur des Unterrichts werden Basisausstattungen wie beispielsweise eine Netzwerkinfrastruktur benötigt. Diese werden kurz in diesem Abschnitt beschrieben.

Digitale Abbildung organisatorischer Prozesse
Ebenfalls wurde in Zusammenarbeit mit den Modellschulen der Einsatz von Schulportalen analysiert, um schulische Prozesse wie z. B. die Absenzen-Verwaltung effizienter zu gestalten. Dabei wird eine Übersicht über wichtige schulische Prozesse an den einzelnen Schularten gegeben und eine Marktanalyse zu Schulportalen veröffentlicht. Insbesondere wird dargestellt, welche Prozesse von welchen Portalen abgedeckt werden.
Die Zusammenfassung dieser Analyse finden Sie hier.

Der Mehrwert mobiler Endgeräte im Unterricht

Abbildung 3: Tablet und Notebook im Unterricht

Tablets und Notebooks in den Händen von Schülern können in unterschiedlicher Art und Weise den Lernprozess unterstützen; zu den Vorteilen für Schüler zählen u. a.:

  • Übersichtliche und veränderbare Dokumentation von Lern- und Arbeitsergebnissen (Ersatz des Schulhefts) bzw. auch Gestaltung einer persönlichen Lernumgebung durch die Kombination der für den Schüler wichtigen Materialien
  • Zugang zu einer großen Bandbreite von teils interaktiven Materialien (Lernvideos, Bilder, virtuelle Lernumgebungen usw.) bzw. stark erweiterte Möglichkeiten zur Recherche (z. B. Online-Enzyklopädien)
  • Nutzung adaptiver Lernangebote mit automatisierter Auswertung
  • Nutzung von Apps zur Unterstützung des Lernprozesses (z. B. Wortschatzwiederholung, Rechtsschreibübung, interaktive Geometriesoftware usw.)
  • Möglichkeiten zur automatisierten Ermittlung und Dokumentation des persönlichen Lernfortschritts
  • Produktion eigener Audio- und Videodateien, etwa zur Überprüfung der Aussprache im Fremdsprachenunterricht
  • Größere Flexibilität bei Präsentationen durch Präsentationsprogramme
  • Erweiterte Möglichkeiten der Teamarbeit (z. B. gemeinsame Texterstellung)
  • Gewichtsreduktion der Schultasche durch den Einsatz digitaler Schulbücher, auf die der Schüler z.B. mit seinem Tablet zugreifen kann
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